Lernen vom Qigong-Meister

-english version in the first comment below-

Auf dem Photo seht ihr einen Teil meines Visionboards (Dinge, Wünsche, Visionen, die man hat, visualisiert), das ich zum Ende 2016 gestaltet habe. Einen Meister im Qigong wollte ich treffen und prompt brachte mir zufällig eine Teilnehmerin eine DVD eines eben solchen mit. Er hatte einen österreichischen Akzent; da dachte ich mir, aus der Welt kann er ja nicht sein und siehe da. Im Januar konnte man den Meister Shi Xinggui in Freising auf einem Wochenendseminar antreffen.

Im Grunde halte ich herzlich wenig von Personenkult. Einfach mal aus erster Hand Qigong lernen und das bisher Gelernte so auf den Prüfstand stellen. Das war meine Intention.

Eine liebe Bekannte ließ mich bei sich in der Freisinger Wohnung übernachten und so stand dem Treffen mit dem Meister nichts im Wege.

Nach dreistündiger Anfahrt fand ich den Kursraum, indem ich den Leuten mit den Yogamatten ähm Qigong-Matten unterm Arm folgte. Keiner wusste recht, wo man sich im großen Saal platzieren durfte. Nur ein junger Mann saß auf einer Art Gebetsteppich und erwartete still, auf seinen Unterschenkeln sitzend, den Meister… Und eine halbe Stunde und drei Tassen Grüntee später hatte sich der Raum sichtlich gefüllt. Es ging los und im Mönchsgewand kam Shi Xinggui herein.

Seine Assistentin sprach einleitende Worte und übergab das Wort an Shi Xinggui, der einleitend ein Herz-Sutra anstimmte. Ein wunderbarer Willkommensgruß! Chinesische Worte ändern durch ihre Betonung die Bedeutung und die Sprache wirkt allein dadurch melodiös. Manche Laute sind für „westliche Ohren“ schlichtweg Neuland. Im darauffolgenden Theorieteil zu Qi und wie es wirkt hörten sich selbst Begrifflichkeiten, die ich dachte zu kennen, anders an. Wieder was gelernt; Junge, da ist bei dir Luft nach oben, dachte ich im Stillen.

Fragen beantwortete Shi Xinggui geduldig und meisterte die Sprachbarriere mit besagtem österreichischem Akzent, der mich hier und da zum Schmunzeln brachte.

Im gut gefüllten Raum war es schwierig bei den eigentlichen Übungen stets einen Blick auf den Meister zu haben. Hier und da huschte seine Assistentin durch die Reihen der Übenden und korrigierte. Die acht Brokate standen auf dem Programm ebenso wie Atemübungen und Chan-Meditation. Ein Skript fürs Heimstudium gab es zudem an die Hand.

Der Hinweis, in der eineinhalbstündigen Mittagspause irgendwo in Ruhe zu verweilen, ging an mir vorbei und ich spazierte munter mit einer anderen Teilnehmerin durch Freising. Nun war es nicht mein erstes Ausbildungswochenenden und ich hätte es besser wissen können. Hätte hätte Lichterkette… Obwohl mir die Reihe der acht Brokate aus anderer Quelle vertraut war, war es ein intensives, lernendes Üben und der Spaziergang rächte sich. Nach den Dehnungen war ich letztendlich dankbar über die Meditation am Ende.

Den Hinweis des frühen Zu-Bett-Gehens nahm ich mir zu Herzen und fiel in einen tiefen Gesundschlummer.

Der nächste Tag gestaltete sich ähnlich intensiv, Medien des Meisters konnten erworben werden. Da ich lernfähig bin, verbrachte ich die Mittagspause ruhend, größtenteils im Liegen.

Nach der Mittagspause hieß es für uns: Zurücklehnen. Denn der Meister zeigte sein Können mit einem Fächer, der in China durch die angebrachten Messer als Waffe zum Einsatz kommt. Wenige gemeinsame Übestunden später nahte das Ende der meisterlichen Begegnung.

Etwas gehemmt war ich Umgang mit Shi Xinggui. Wie geht man um – gilt der westliche oder östliche Kodex? Ich entschied mich für den Handschlag zur Verabschiedung. Das gemeinsame Foto war mir zwar zu wider, aber ich wusste, dass ich diesen Artikel im Nachgang schreiben werde. Dieses Erinnerungsstück hab ich letzten Endes also euch zu verdanken – danke

Fazit: Es war toll aus erster Hand lernen zu dürfen, dennoch war meine Ausbildung bei der DQGG e.V. und ihren Ausbilderinnen (in meinem Fall tatsächlich ausschließlich Frauen) solide. Gefallen haben mir mitunter Shi Xingguis Antworten, die von gespürter Erfahrung herrührten z.B. Wie weit öffnen wir die Faust? Das verrät Dir die Spannung im Bauch…

Wer Lust bekommen hat, bei einem Meister zu lernen: Shi Xinggui ist oft in Deutschland unterwegs, hier die Seite seiner Veranstaltungen. Dort findet ihr natürlich auch viele Infos zu seiner Person, seine Zeit im Shaolin-Kloster u.v.m. .

Macht´s gut, auf Wiederlesen 🙂

Daniel

Eine Antwort auf „Lernen vom Qigong-Meister“

  1. Learning from a qigong master
    On the picture above you can see a part of my vision board (things, wishes, visions that you have – visualized), which I made at the end of 2016. I wanted to meet a qigong master personally and by chance one of my qigong students showed me a DVD of Shi Xinggui. He had an Austrian accent; so I thought to myself, he´s at least nearby Germany. Indeed in January Master Shi Xinggui came to Freising for a weekend seminar.
    Basically, personality cult is spooky to me. My aim was to learn qigong first-hand and prove everything I learned so far about qigong.
    A friend of mine let me spend the night in her apartment in Freising and I was ready to meet my master.
    After three hours of driving I found the classroom by following the people with yoga mats, sorry, qigong mats under their arms. Nobody knew exactly where to place in the big hall. Only one young man was sitting on his lower legs on a kind of prayer rug waiting quietly for the master. About half an hour and three cups of green tea later, the room had visibly filled. It started and in a traditional monk’s garb Shi Xinggui came in.
    His assistant spoke introductory words and gave then the word to Shi Xinggui, who introduced with a heart sutra. A wonderful welcome! Chinese words change their meaning through their emphasis, and the language is melodious. Some sounds are simply new territory for “western ears”. In the following theory part about qi and how it works, even known Chinese terms sounded differently – spoken by Shi Xinggui. ´Boy, there is still a lot to learn for you – lifelong learning…´ were my thoughts.
    Questions answered Shi Xinggui patiently and mastered the language barrier with his Austrian accent, which made me smile here and there.
    In the well-filled room it was difficult to always have a look at the master during the actual exercises. His assistant slipped through the rows of students and corrected the movements. The eight brocades, breathing exercises and Chan meditation were on the schedule for this two days. A script for home study was also on hand.
    The hint, to rest during the lunch break, passed me and I walked happily with another student almost sight-seeing through Freising. It was actually not my first training weekend and I could have known better. Would have, could have, should have … Although I was familiar with the series of the eight brocades from another source, it was an intense, learning practice and the walk during the lunch break took revenge. After the stretching I was finally thankful for the meditation at the end.
    I got the hint of going to bed early and fell into a deep recovery slumber.

    The next day was similarly intense. Master’s media was sold. Because I am able to learn, I spent the lunch break this time resting, mostly lying. After that it was showtime: the master showed his skills with a fan, which is used in China as a weapon. A few intense hours later the masterful encounter came to an end.

    All the time during the weekend I didn´t know how to deal with the Chinese master; Shi Xinggui is already living in Austria for a couple of years. So, is the western or eastern code of behaviour valid? I decided to shake hands to say goodbye. A lot of the students wanted to take a picture with Shi Xinggui, and I – I didn´t want to, but I knew that I will write this article in the aftermath. So in the end, I have to thank YOU for this memento – thank you so much 🙂

    Conclusion: It was great to learn the ancient qigong movements and meditation of the Shaolin first-hand, but my training in Germany by Deutsche Qigong Gesellschaft e.V. and their trainers (in my case, actually only women) was solid. I liked Shi Xinggui’s answers, which came from felt experience. e.g.: How far do we open the fist in this exercise? The tension in the stomach will tell you…
    If you also want to make the experience of learning from a master, Shi Xinggui is often on the road in Germany, Austria and Switzerland. Here is the page of his events: http://www.shixinggui.at/cms/veranstaltungen . There you will also find a lot of information about his person, his time in the Shaolin Monastery and much more.

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