Zifa Gong – 1st experiences

man on the floor - zifa gong

(German version below)

Currently I am practicing the Yijin Jing after Marco Lück. After thirty days, my posture had improved, also in everyday life, but my neck has become sensitive. In such cases I like to get help with acupuncture. When I was lying on the treatment couch in a deeply relaxed position, which is also necessary in Yijin Jing, it started to twitch here and there. By stimulating/needling certain points, this twitching became correspondingly more intense. Three years ago I had similar sensations in hypnosis (you can read that here). However, the acupuncture session was then already over again. My acupuncturist and I decided to keep an eye on these “cramps”.

Afterwards I was reminded of my Qigong teacher training – spontaneous qigong / zifa gong we had tried once. At that time in the training we all stood up relaxed and waited for the movements that were to come. Always in the awareness that we could stop at any time; so nothing could go wrong. It didn’t and in the end there was no one who stood still. We were all affected to be moved spontaneously. But in comparison, this twitching on the acupuncture table felt REALLY spontaneous.

My thoughts then: does that work without needles? I think I’ll try it. So the next day I lay down on the floor, found myself in a calm, self-determined breath and it actually came back – the twitching. Different, more intense, in the most different forms, in different parts of the body. My breath let itself be carried away by it; sometimes it came through my nose in jerks, then again flowing flat. There was hardening in the lower abdomen and elsewhere, which then dissolved again. Everything felt strangely determined. Like a self-healing program that is first used here, then there. After 45 minutes everything calmed down a bit and I decided to let it go for today – my first experience with spontaneous Qigong…
The next day I took my time for it again and lo and behold, after 10 minutes the sensations and independent processes had ceased. In the following week during my acupuncture treatment, the intensity of the spontaneous sensations varied depending on which points were stimulated.

My neck now is fine again, I take the experience of Zifa Gong with me and now continue with YiJin Jing at the beginning of the year.

Have you already had experiences in spontaneous Qigong? It is said that children find access to it more quickly, because they can establish contact with the original spirit more quickly. So some of the children’s movements may seem strange to adults, but they seem to be good for them.

I would be excited to read about your experiences. Kind regards, Daniel

Deutsche Version:

Zifa Gong – erste Erfahrungen

Derzeit übe ich das Yijin Jing nach Marco Lück. Nach dreißig Tagen hatte sich meine Aufrichtung auch im Alltag verbessert, allerdings haben sich meine Halswirbel bemerkbar gemacht. In solchen Fällen lasse ich mir gerne mit Akupunktur helfen. Als ich auf der Liege lag in meinem grundentspannten Zustand, der auch im Yijin Jing erforderlich ist, und mich dem gedanklichen Nichts annäherte, fing es hier und da zu zucken an. Beim Anregen/Nadeln bestimmter Punkte wurde dieses Zucken entsprechend stärker. Vor drei Jahren hatte ich ähnliche Empfindungen in der Hypnose (könnt ihr hier nachlesen). Die Akupunktur-Sitzung war allerdings dann schon wieder zu Ende. Meine Akupunkteurin und ich beschlossen, diese „Krämpfe“ im Blick zu behalten.

Im Nachgang erinnerte mich an meine Qigong-Lehrerausblidung – spontanes Qigong / Zifa Gong hatten wir einmal angerissen. Damals in der Ausbildung stellten wir uns alle entspannt auf und harrten der Dinge bzw. Bewegungen, die da kommen sollten. Immer in dem Bewusstsein, jederzeit abbrechen zu können; dann könne nichts schief gehen. Ging es auch nicht und es gab am Ende niemanden, der ruhig stand. Wir waren alle scheinbar spontan bewegt. Und doch fühlte sich im Vergleich dazu dieses Zucken auf der Akupunkturliege WIRKLICH spontan an.

Geht das auch ohne Nadeln? Ausprobieren. Tagsdarauf legte ich mich auf den Boden, fand in einen ruhigen selbstbestimmten Atem und tatsächlich kam es wieder – das Zucken. Anders, intensiver, in den unterschiedlichsten Ausprägungen, in unterschiedlichen Körperbereichen. Mein Atem ließ sich davon mitreißen; kam mal stoßweise durch die Nase, dann wieder ganz flach strömend. Es kam zu Verhärtung im Unterbauch und andernorts, die sich dann wieder auflösten. Alles fühlte sich fremdbestimmt an. Wie ein Selbstheilungsprogramm, das erst hier, dann dort zum Einsatz kommt. Nach 45 Minuten wurde alles etwas ruhiger und ich beschloss, es für heute gut sein zu lassen – meine erste Erfahrung mit spontanem Qigong…

Am nächsten Tag nahm ich mir wieder Zeit dafür und siehe da, nach 10 Minuten waren die Empfindungen und selbständigen Prozesse verstummt. In der darauf kommenden Woche bei der Akupunktur variierte die Heftigkeit der Spontanempfindungen je nachdem, welche Punkte stimuliert wurden.

Meine Halswirbel geben nun wieder Ruhe, die Erfahrung des Zifa Gong nehme ich mit und fahre jetzt zu Beginn der Jahres fort mit dem YiJin Jing.

Hattet ihr bereits Erfahrungen im spontanen Qigong? Man sagt Kinder fänden den Zugang schneller dazu, da sie den Kontakt zum Ursprungsgeist schneller herstellen können. Daher wirkt die ein oder andere Kindsbewegung vielleicht befremdlich, scheint ihnen aber gut zu tun.

Ich freu mich, von euren Erfahrungen zu lesen. Bis dahin, viele Grüße

Daniel

Lernen vom Meister – Klappe, die zweite!

„Das Dao De Jing in Theorie und Praxis mit Jan Silberstorff“, so lautete der Titel meiner diesjährigen Fortbildung. Bereits im letzten Jahr durfte ich von einem Meister lernen (Shi Xinggui) und in diesem Jahr von einem, der u.a. meine Sprache fließend spricht, besser noch; selbst lange Zeit in China lebte, dort lernte und in die Chen-Familie aufgenommen wurde.

Jan Silberstorff ist Taiji-Meister, da aber alle Seminar-Teilnehmer dieser Fortbildung Qigong an ihre Schüler weitergeben, wird die Schnittmenge schon groß genug sein, dachte ich mir. So viel vorne weg, sie war es. Was meine Übe-Praxis betrifft, sitze ich einigermaßen fest im Sattel, dachte ich mir. Was ich ahnte war, dass in der Theorie großer Nachholbedarf herrscht. In das I Ging hatte ich mich vor zwei Jahren eingelesen allerdings ohne großen Erfolg oder Erkenntnisgewinn.

Der Meister kam eine Stunde später als geplant vom Flughafen und wir begannen erst um 15 Uhr. Einem Globetrotter der vielerorts unterrichtet und hauptsächlich in Brasilien lebt sieht man das gerne nach. Im letzten Jahr fühlte sich das schon irgendwie seltsam an: wie geht man mit dem Meister um, wie begrüßt man sich, wie verabschiedet man sich? Wieder tauchten diese Fragen auf, aber bei seiner Ankunft entschärfte Jans Lächeln und seine positive Ausstrahlung diese Bedenken und los ging es.

Theorie

Wir sind eingetaucht in die chinesische Sprache. Das Herleiten von Begrifflichkeiten und ihre Bedeutung über die Schriftzeichen ließ mich staunen: Wissen auf diese Art und Weise zu konservieren, die einen so großen Interpretationsspielraum lässt. Und obwohl die meisten Teilnehmer sich schon über Jahre mit Qi beschäftigen, fingen wir bei null an – in Theorie und Praxis. In der Tat ergab sich über die Herleitung aus dem Dao De Jing viel Neues, selbst in den Grundbegriffen. Alles gespickt mit persönlichen Anekdoten beispielsweise über den Umgang mit Großmeistern und das Leben und die Auffassungen in China.

Praxis

In der Praxis befassten wir uns mit der Rückkehr zum Dao, Vorübungen zur Seidenübung und der Stehenden Säule. Im Vorfeld trafen wir unabdingbare Vorkehrungen, kalibrierten Geist und Körper: starten mit dem leeren Geist, durch vollständiges Nachgeben den Körper durchlässig machen und durch den Geist die Energie gezielt führen. So mauserten sich die „kleinen“, überschaubaren Übungen mit den unmittelbar zuvor aus dem Dao De Jing erläuterten Grundprinzipien zu echten Herausforderungen und noch vor Ort waren die Unterschiede im Üben deutlich spürbar.

Alles neu und jetzt?

Diese spürbaren Unterschiede waren es auch, die mich dazu brachten, meine eigene Übe-Praxis wieder auf Null zu stellen; seit dem Seminar übe ich neu. In meinen Kursstunden fühlen sich die von mir altbekannten Übungen neu an. Ich bin gespannt, wohin das alles führt. Zum Dao? Jedenfalls nicht, wenn ich das forciere; das und viel mehr durfte ich lernen 😀

Eine Weiterbildung, die mich wirklich weitergebracht hat,

danke Jan Silberstorff!

Die Qigong-Grundhaltung

-english version in the comments –

Sie ist einer der großen Unterschiede des Qigong zu reinen Gymnastikübungen: die Grundhaltung. Zudem ist sie das Geheimnis der chinesischen Meister, weshalb sie stundenlang beschwerdefrei stehen können. In den meisten Übungen wird die Grundhaltung eingenommen. Wir werden nun auf die einzelnen Körperbereiche eingehen, von Fuß bis Kopf:

In der Grundhaltung lassen wir die Innenkante der Füße parallel zueinander schauen und wir stehen schulterbreit. Tipp: Ein einmaliger Blick in den Spiegel kann helfen, um die Differenz zwischen der gefühlten und der tatsächlichen Schulterbreite auszugleichen. Eine gute “Erdung” ist eine gesunde Basis für das Üben – daher hilft es, die Zehen zu Beginn leicht in die Erde zu graben; dabei alle Zehen und die gesamte Fußsohle kurz spüren und den Untergrund wahrnehmen. Da oftmals eingetrübte Energie beim Üben nach unten ausgeleitet wird, lohnt es sich, die Tore zur Erde hin, unsere Füße, vor dem Üben zu spüren und zu öffnen.

Wenn wir beim Üben leicht in die Knie gehen, kommen wir eher in eine O-Haltung und meiden explizit die X-Haltung der Beine. Die Kniescheiben sind somit nach vorne ausgerichtet.

Das Becken spielt eine Schlüsselrolle der Grundhaltung. Hier liegt der Ursprung der Bewegung. Es schaukelt im Atemryhtmus:

Mit dem Ausatmen kann man sich vorstellen, sich auf einen hohen Hocker zu setzen, der untere Rücken begradigt sich. Das Steißbein dabei leicht etwas nach vorne schieben, zur Intensivierung sanft nach unten dehnen.

Dann mit dem Einatmen ein Gefühl der Aufrichtung im Becken beginnend Wirbel für Wirbel aufsteigen lassen.

Bei der richtigen Ausführung verlagert sich das Gewicht beim Einatmen eher auf die Vorderfüße, beim Austamen tendenziell auf die Fersen.

Mit aufgelegten Händen auf dem Unterbauch kann man das tiefe Einströmen des Atems wahrnehmen. Man lässt den Atem Nase und Brustraum passieren, um schließlich im Unterbauchraum anzukommen. Mit dem Einatmen wölbt sich der Unterbauch natürlich nach außen, im Ausatmen zieht er sich wieder leicht zurück.

Der Bereich zwischen den Schulterblättern und die Schultern selbst sind entspannt und locker. Unter den Achseln lässt sich ein wenig Raum schaffen, indem man die Ellbogen etwas nach außen führt.

Die Zunge liegt im oberen Gaumenbett und darf die Zähne berühren.

Ein Lächeln umspielt den Mundraum. Nur angedeutet erfüllt es schon seinen Zweck: die Entspannung sämtlicher Gesichtsmuskeln.

Den höchsten Punkt des Kopfes, die Verbindung des Körpers zum Himmel, erspürt man, indem man die Zeigefinger oben auf die Ohrmuscheln auflegt und von dort nach oben fährt, bis die Finger sich mittig auf dem Kopf treffen. Von hier ausgehend kann man sich beim Üben einen Faden vorstellen, der einen beim Üben sicher hält. Dieser Faden sorgt auch für die Aufrichtung aller Wirbel beim Einatmen.

Die Aufrichtung setzt sich hinauf bis zu den Halswirbeln fort. Unterstützend kann man Zeige-und Mittelfinger auf das Kinn legen und es während der Aufrichtung sanft nach innen schieben.

Die wichtigsten Punkt sind genannt. Auch im Alltag kann es nützen, sich den ein oder anderen der Punkte ins Bewusstsein zu rufen; was diese Übersicht zeigt.

Für mich stellt die Grundhaltung an sich in Kombination mit dem bewegten Stehen schon eine Übung dar, an der sich ein Leben lang üben lässt. Da man den ruhigen Übungen im Stehen nachsagt, dass sie am meisten Energie aufkommen lassen, wäre es wohl nicht das schlechteste ?

Gehabt euch wohl und frohes Üben!

Viele Grüße,

Daniel

Photo by Lauren Richmond on Unsplash

Progressive Muskelentspannung – PME

Anspannung Entspannung Wohlspannung

– english version in the comments –

Diesmal also ein “spannender” Ausflug in die Progressive Muskelentspannung 🙂 Gerne werfe ich Seitenblicke auf benachbarte Disziplinen des Qigong; oftmals sind es die Disziplinen, die gemeinhin den Stempel Entspannung tragen. Ich weiß eben ganz gerne, was meine Kursteilnehmer alternativ machen, um sich zu entspannen bzw. um zu sich selbst zu finden.

Was macht man da?

Bei der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson spannt man nacheinander bewusst kurz einzelne Muskeln an, während der restliche Körper entspannt ist – dann wird der Muskel abrupt gelöst. Auf der Anleitungs-CD, die ich verwendet habe, nach folgender Reihenfolge: Hände/Oberarme, Stirn, Nase, Mund, Nacken, Schultern, Gesäß, Sonnengeflecht, Rücken, Ferse/Oberschenkel, Zehen/Unterschenkel. In der Abschlussübung werden alle zuvor separat angespannten Muskeln kurz zeitgleich angespannt. Nach etwa 30 Tagen kann man zeitsparend dazu übergehen, Muskelgruppen (also z.B. Stirn, Nase und Mund gemeinsam) anzuspannen. Dann dauert ein Übungszyklus nur noch zehn Minuten anstatt zuvor 30 Minuten am Tag.

Und warum?

Der PME wird nachgesagt bei Angst-, Schlafstörungen, chronischen Kopf- und Rückenschmerzen und Stress helfen zu können. Ich habe mich dem Verfahren “spaßeshalber” angenommen. Nach dreißig Tagen finde ich es großartig, viele Muskeln einzeln in angespanntem und entspanntem Zustand wahrgenommen zu haben. Ich neige dazu, mich bei der Nutzung elektrischer Geräte wie Staubsauger oder Pürierstab komplett zu verspannen. Künftig wird es mir leichter fallen, die nicht benötigen Muskelgruppen außen vor zu lassen, denn ich habe meinen Körper diesbezüglich “geschult”. Auch im Chor wird mir vermutlich die PME von Nutzen sein, wenn es darum geht, Töne mittels unterem Rücken und Sonnengeflecht zu stützen und dabei in Schultern, Nacken und Gesicht völlig entspannt zu bleiben. Das ist bis jetzt nur eine Vermutung, aber es wird sich bei der ersten Chorprobe nach der Sommerpause zeigen 🙂  

Und was hat das jetzt mit Qigong zu tun?

Eine ganze Menge in meinen Augen. Die PME ist ein hervorragender Schuhlöffel, um in eine gesteigerte Körperwahrnehmung zu kommen. Im Qigong spielt man ständig mit An- und Entspannung, in der Grundhaltung verweilt man in einer Wohlspannung, einem Zustand dazwischen. Wer mit An- und Entspannung umzugehen weiß, ist klar im Vorteil. Ich bin davon überzeugt, dass die PME – kontinuierlich geübt – und das geschulte Bewusstsein bezüglich spezieller Muskelgruppen vor allem zur Beginn im Qigong von großem Nutzen sein kann, um beispielsweise Fehlhaltungen zu vermeiden.

Bei der PME wird durch die Nase ein und durch den Mund ausgeatmet. Der Atem ist neben Bewegung und Vorstellungskraft eine der drei Säulen im Qigong. Die Konzentration auf den Atem bei der PME ist schlichtweg hilfreich bei der Erkundung des eigenen Atemrhythmus; diesbezüglich empfiehlt es sich, sich von der Anleitungs-CD bald zu trennen, um besser im eigenen Atemrhythmus üben zu können.

Im Umkehrschluss profitierte ich in der PME davon, bereits Qigong zu praktizieren. Ich sehe hier ganz wunderbare Wechselwirkungen:

Der Wechsel von An- zu Entspannung in der PME erfolgt abrupt und die Entspannung wird in den Muskelfasern fortgeführt. Aus der Qigong-Porentatmung war ich damit vertraut damit, über die Haut, weiter in das Blut, die Knochen und auf zelluläre Ebene hinein zu spüren. Das ließ mich die Entspannung definitiv intensivieren.

Ruhe statt Starre: Ich bevorzugte es im Üben der PME wie beim Qigong, mir eine Dynamik in der Anspannung beizubehalten d.h. die Anspannung kontinuierlich aufzubauen und den höchsten Punkt der Anspannung nur kurz zu halten. Dadurch fiel es mir wesentlich leichter auch den Atem über die ganze Übungsdauer hinweg sanft ein- und ausströmen zu lassen.

Vor allem bei den Gesichtsmuskeln nahm ich mir das Lächeln aus dem Qigong zu Hilfe. Es ließ mich gefühlt blitzschnell in die Entspannung der jeweiligen Gesichtspartie gleiten.

Als letzte Variante neben der PME-Kurz- und Langform im Liegen habe ich heute noch die Variante im Stehen ausprobiert. Sie reizt von daher, dass man sie weitestgehend auch in der Qigong-Grundhaltung ausführen kann 🙂

Betrachtet man diese Wechselwirkung so kann man ganz salopp bei der PME schon fast von Qigong sprechen oder es dazu machen 🙂 Meine Empfehlug also. Viel Freude bei Ausprobieren und vielleicht helfen meine Erfahrungen in irgendeiner Form weiter.

Anspannung – Variante im Stehen
Entspannung – Variante im Liegen

Viele Grüße und auf Wiederlesen,

Daniel

Dojo Kalender

Der Dojo-Kalender ist am Puls der Zeit von Flora & Fauna. Die Jahreszeiten beginnen demnach gemäß den Umbruchzeiten der Natur. Zwischen den Jahreszeiten gibt es immer wieder über die Dauer von 18 Tagen die sogenannte Dojo-Zeit, die sich für uns besonders gut zum Entschlacken eignet.

Das Dojo-Kalender-Jahr im Überblick:

16.11.-26.01 Wasser – Winter

27.01.-12.02. Erde  – Dojo

13.2.-26.04. Holz  – Frühling

27.04.-16.05. Erde  – Dojo

17.05.-27.07 Feuer – Sommer

28.07.-15.08. Erde – Dojo

16.08.-27.10. Metall – Herbst

28.10.-15.11. Erde – Dojo

Lernen vom Qigong-Meister

-english version in the first comment below-

Auf dem Photo seht ihr einen Teil meines Visionboards (Dinge, Wünsche, Visionen, die man hat, visualisiert), das ich zum Ende 2016 gestaltet habe. Einen Meister im Qigong wollte ich treffen und prompt brachte mir zufällig eine Teilnehmerin eine DVD eines eben solchen mit. Er hatte einen österreichischen Akzent; da dachte ich mir, aus der Welt kann er ja nicht sein und siehe da. Im Januar konnte man den Meister Shi Xinggui in Freising auf einem Wochenendseminar antreffen.

Im Grunde halte ich herzlich wenig von Personenkult. Einfach mal aus erster Hand Qigong lernen und das bisher Gelernte so auf den Prüfstand stellen. Das war meine Intention.

Eine liebe Bekannte ließ mich bei sich in der Freisinger Wohnung übernachten und so stand dem Treffen mit dem Meister nichts im Wege.

Nach dreistündiger Anfahrt fand ich den Kursraum, indem ich den Leuten mit den Yogamatten ähm Qigong-Matten unterm Arm folgte. Keiner wusste recht, wo man sich im großen Saal platzieren durfte. Nur ein junger Mann saß auf einer Art Gebetsteppich und erwartete still, auf seinen Unterschenkeln sitzend, den Meister… Und eine halbe Stunde und drei Tassen Grüntee später hatte sich der Raum sichtlich gefüllt. Es ging los und im Mönchsgewand kam Shi Xinggui herein.

Seine Assistentin sprach einleitende Worte und übergab das Wort an Shi Xinggui, der einleitend ein Herz-Sutra anstimmte. Ein wunderbarer Willkommensgruß! Chinesische Worte ändern durch ihre Betonung die Bedeutung und die Sprache wirkt allein dadurch melodiös. Manche Laute sind für „westliche Ohren“ schlichtweg Neuland. Im darauffolgenden Theorieteil zu Qi und wie es wirkt hörten sich selbst Begrifflichkeiten, die ich dachte zu kennen, anders an. Wieder was gelernt; Junge, da ist bei dir Luft nach oben, dachte ich im Stillen.

Fragen beantwortete Shi Xinggui geduldig und meisterte die Sprachbarriere mit besagtem österreichischem Akzent, der mich hier und da zum Schmunzeln brachte.

Im gut gefüllten Raum war es schwierig bei den eigentlichen Übungen stets einen Blick auf den Meister zu haben. Hier und da huschte seine Assistentin durch die Reihen der Übenden und korrigierte. Die acht Brokate standen auf dem Programm ebenso wie Atemübungen und Chan-Meditation. Ein Skript fürs Heimstudium gab es zudem an die Hand.

Der Hinweis, in der eineinhalbstündigen Mittagspause irgendwo in Ruhe zu verweilen, ging an mir vorbei und ich spazierte munter mit einer anderen Teilnehmerin durch Freising. Nun war es nicht mein erstes Ausbildungswochenenden und ich hätte es besser wissen können. Hätte hätte Lichterkette… Obwohl mir die Reihe der acht Brokate aus anderer Quelle vertraut war, war es ein intensives, lernendes Üben und der Spaziergang rächte sich. Nach den Dehnungen war ich letztendlich dankbar über die Meditation am Ende.

Den Hinweis des frühen Zu-Bett-Gehens nahm ich mir zu Herzen und fiel in einen tiefen Gesundschlummer.

Der nächste Tag gestaltete sich ähnlich intensiv, Medien des Meisters konnten erworben werden. Da ich lernfähig bin, verbrachte ich die Mittagspause ruhend, größtenteils im Liegen.

Nach der Mittagspause hieß es für uns: Zurücklehnen. Denn der Meister zeigte sein Können mit einem Fächer, der in China durch die angebrachten Messer als Waffe zum Einsatz kommt. Wenige gemeinsame Übestunden später nahte das Ende der meisterlichen Begegnung.

Etwas gehemmt war ich Umgang mit Shi Xinggui. Wie geht man um – gilt der westliche oder östliche Kodex? Ich entschied mich für den Handschlag zur Verabschiedung. Das gemeinsame Foto war mir zwar zu wider, aber ich wusste, dass ich diesen Artikel im Nachgang schreiben werde. Dieses Erinnerungsstück hab ich letzten Endes also euch zu verdanken – danke

Fazit: Es war toll aus erster Hand lernen zu dürfen, dennoch war meine Ausbildung bei der DQGG e.V. und ihren Ausbilderinnen (in meinem Fall tatsächlich ausschließlich Frauen) solide. Gefallen haben mir mitunter Shi Xingguis Antworten, die von gespürter Erfahrung herrührten z.B. Wie weit öffnen wir die Faust? Das verrät Dir die Spannung im Bauch…

Wer Lust bekommen hat, bei einem Meister zu lernen: Shi Xinggui ist oft in Deutschland unterwegs, hier die Seite seiner Veranstaltungen. Dort findet ihr natürlich auch viele Infos zu seiner Person, seine Zeit im Shaolin-Kloster u.v.m. .

Macht´s gut, auf Wiederlesen 🙂

Daniel

Die Magie des Schreiens

Vier Tage sturmfrei – die Familie ausgeflogen – Zeit für Dinge, für die sonst keine Zeit ist – ein angefangenes Buch – “Was man von hier aus sehen kann” – hatte mich bis jetzt nicht wirklich gefesselt – oh, Kehrtwende –  ein Kloster mit buddhistischen Mönchen – in dem Schreitherapie angeboten wird – interessant – Schreien – Wut im Bauch –  hatte ich auch die letzten Wochen immer wieder mal – Zeit für Dinge, für die sonst keine Zeit ist – heute nach Feierabend – Schreitherapie – selbstverordnet …

Gesagt – getan

Und so war der Plan gefasst heute mal schreien zu gehen. Im Buch wurde auch die geplagte Nachbarschaft des Klosters erwähnt, von daher muss ich wohl die Joggingschuhe umschnallen und raus laufen aufs Feld. Schreien, wann hab ich das denn das letzte Mal gemacht… Ach, ja in der Stimmbildung. Von hier bis rüber zum anderen Haus “Hallo” rufen und früher in der Rockband; ohne zu wissen, wie man das macht ohne sich die Stimme zu ruinieren, aber das war anders. Das war eben gegröhlter Liedtext. Und in der Qigong-Ausbildung, aber das war ein kurzer Schrei, schon zum Zweck Wut loszuwerden, allerdings nur kurz, um die Energiereserven zu schonen.

Der rechte Fleck dafür

Kaum zu glauben, aber da sind zunächst einmal tierische Hemmungen. Okay, hier könnte es gehen, zwischen den Bäumen, niemand in Sicht ABER Ich – jetzt – einfach – losschreien – macht man doch nicht – mäp – nicht regelkonform – was wenn mich jemand hört und mich danach fragt, ob alles in Ordnung ist? – was sollen denn die Leute denken? Der erste Schrei ist zaghaft. Eher ein Schreichen. Beim zweiten Schrei also vorbereitend Hände aufs Herz, einen tiefen 360-Grad-Atemzug (anderes Thema – kommt noch) vorausgeschickt, die Wut der vergangenen zwei Wochen zusammengesammelt

UND

ich hab meine Stimme nicht wiedererkannt. Ein gellender Schrei und der ganze Weltschmerz, könnte man meinen, dröhnt über Marbachs Felder. Was mir aber zunehmend egal wird. Der Schrei ist weder zaghaft noch kurz wie in der Ausbildung gelernt, sondern bedient sich des ganzen Atemzuges. Aber was so befreit, kann nicht schaden. In meinem noch folgenden Dauerlauf nehme ich mir noch zweimal die Freiheit, gezielte Erlebnisse der Vergangenheit über die Felder hinauszuschreien und loszuwerden. Wieder daheim angekommen sitz ich nun hier, gelöst, um diesen Text zu schreiben. Wartet nicht so lange wie ich – geht zwischendurch mal schreien – wunderbar!

In der TCM ist das Schreien dem Holzelement, der Leber-der Gallenblase, der Wut zugeordnet und somit auch dem Lebenszeitraum der Kindheit/der Jugend. Wie passend, wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich mir durch Schreien vermutlich den ein oder anderen Jugendrausch erspart. Denn in der Tat ist es wohl so, dass Menschen mit Problemen im Holzelement gerne mal ein Gläschen (zu viel) trinken. Die Folge sind eine Verstärkung der Emotionen und auf lange Sicht Leerezustände… Aber damit ists ja jetzt Gott sei dank vorbei!

Auf Wiederlesen.

Daniel

Photo von Gabriel Matula auf Unsplash

BUCHTIPP: Hong Liu – Das Qi-Gong-Wunder

Wie das Buch den Weg auf meinen Schreibtisch fand:

Oft bestelle ich meine Bücher bei Gebrauchtportalen und bestelle noch ein paar Bücher zum Thema Qigong mit für ein oder zwei Euro; einfach um meinen Horizont zum Thema etwas zu erweitern. Dies war eines der Bücher und ich hätte es mir wohl nicht aufgund der Aufmachung und des Titels gekauft. “Das Qi-Gong-Wunder” empfand ich als ein bisschen dick aufgetragen.

Der Autor:

Hong Liu studierte in Shanghai Medizin, parallel dazu lief seine Qigong-Ausbildung bei Meister Kwan. Seit 1990 lebt er in den USA. Die Webseite, die ich von ihm fand, schreibt von einem Master Hong Healing Center in Kalifornien.

Der Inhalt:

Die Handlung: Hong Liu beschreibt sehr anschaulich über seinen Werdegang: vom Medizinstudenten zum Qigong-Meisterschüler zum Qigong-Meister. Dieser erzählende Teil umfasst knapp ein Drittel des Buches. Er schreibt über die ersten Kontakte zu Meister Kwan, die Strapazen, die er auf sich nehmen musste, um neben des Arztberufes acht Jahre lang bei Meister Kwan lernen zu dürfen und den darauffolgenden Erhalt des Meistertitels.

Im zweiten Teil des Buches gibt Hong Liu konkrete, detallierte Anleitungen im Qigong. Nach allgemeinen Ausführungen wie Qigong in Kombination mit Nahrung und Heilkräutern heilen kann, beschreibt er die Acht Goldenen Übungen. Sie sind den “gängigen” acht Brokaten ähnlich, legen jedoch den Fokus auf die Stärkung des Herzens. Im Anschluss daran gibt er weitere Behandlungstipps aufgeteilt nach Krankheitsbildern (Aids, Allerigen, Arthritis, Prostatakrebs, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Streß und Depression, Schlaganfall, Abnehmen) aufgelockert durch kleine Anekdoten seiner Patienten. Es folgt zum Abschluss ein Glossar, Literaturhinweise und Adressen für Bezugsquellen chinesischer Zutaten.

Was war neu / hat mich fasziniert:

– Der lockere Schreibstil mit vielen Beispielen und Anekdoten ließ mich das Buch schnell lesen und den Einstieg auch immer wieder schnell finden (obwohl ich oft unterbrochen wurde, da ich mir das Buch immer morgens in der S-Bahn gegönnt habe)

– Hong Liu arbeitet klar den Aspekt der Heilung heraus. In meinen Kursen weise ich in der ersten Stunde meist darauf hin, dass Qigong vornehmlich der Gesunderhaltung dient. Was Hong Liu beschreibt reicht viel weiter und das habe ich mit sehr viel Interesse gelesen.

– Die Doppelbelastung durch sein Wirken als Arzt und seiner Ausbildungszeit als Qigongmeisterschüler verleiht den Übungsbeschreibungen und allem, was er einem im zweiten Teil des Buches an die Hand gibt, immens an Wert.

– Die Geschichten geben Einblick in die chinesische Welt und somit auch zum Ursprung von Qigong.

Infos zum Buch

Hong, Liu: Das Qigong-Wunder Unterweisungen in der Kunst des heilenden Qi Gong durch einen chinesischen Meister

ISBN 3-426-87002-9

Copyright 1997

Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München

Zum Video über das Buch:

Und wer das Ganze lieber anschaut als zu lesen, hier gehts zum Video auf Youtube

Zwischenmenschliche Beziehungen

Sie können wahre Energieräuber sein: zwischenmenschliche Beziehungen. Was ist die Lösung? Sie einfach nicht einzugehen, in ein buddhistisches Kloster in die Berge zu ziehen oder besser noch sich dort eine Höhle zu suchen, um dort in trauter Einsamkeit die Stufen der Meditation zu erklimmen?

In einer Harvardstudie wurde und wird heute noch der Lebenswandel von 80 Männern, arm wie reich, untersucht und führte zu Tage: Es sind nicht der optimale Cholesterinspiegel, Geld oder die höchste Treppenstufe der Karriereleiter, die ein glückliches, langes Leben ausmachen. Es ist das soziale Geflecht um einen herum, ein feinmaschiges Netz von Menschen, das einen zuverlässig auffängt, wenn es einmal brenzlig wird, nicht jeder Tag eitel Sonnenschein ist.

Darf ich mich also glücklich schätzen, wenn ich in einem sozialen Netzwerk bei der Anzahl der Freund die 1000er-Grenze sprenge? Oberflächlich betrachtet vielleicht, aber es geht um die Qualität der Kontakte. Was eine Beziehung ausmacht, erklärt Vera Birkenbihl ganz wunderbar in diesem Video (ein sehr interessanter Vortrag; wovon ich jetzt schreibe seht ihr ab Minute 30:50). Skurrilerweise baut man eine Beziehung zu jemandem auf, indem man darüber erzählt, was einen selbst bewegt. Und ebenso macht es der Gesprächspartner. Man spricht also gemeinsam über sich selbst. Diese Denkweise ließ mich Beziehungen zu meinen Mitmenschen mit neuen Augen sehen und überdenken. Menschen, die nichts über sich erzählt haben, hatten vielleicht nie die Absicht eine Beziehung zu mir aufzubauen. Wieder anderen gab ich selbst keine Möglichkeit eine Beziehung aufzubauen, da ich selbst nichts von mir erzählte…

Und wie ist das bei der Familie? Es gibt Geschwister, die sich über Jahre nicht sprechen und doch ist eine Beziehung da. Vielleicht liegt es daran, dass man die prägenden Jahre miteinander verbracht hat. Man hat hautnah mitbekommen, was einen damals bewegte, denn man ist zusammen aufgewachsen.

Die Familie mag in der Tat manchmal kraftraubend sein, aber blicke ich zurück so mache ich dort die glücklichsten Momente meines Lebens ausfindig, die Momente, in denen ich mich einfach erfrischend lebendig gefühlt habe.

Was ist mit Menschen, die einen ständig runterziehen, einem die Kraft rauben? Zum Ende meiner Qigong-Lehrer-Ausbildung hörte ich von Energievampiren. Teilnehmern, die erschöpft und abgekämpft in den Kurs kommen und unentwegt die Energie des Kursleiters ziehen. Ich beschäftigte mich mit Schutzmechanismen und begann erste Vampire unter den Teilnehmern ausfindig zu machen. Hmmm, XY steht immer neben mir… Ich weiß nicht mehr wann, aber ich verabschiedete mich wieder von der Vorstellung, dass es so etwas wie Energievampire überhaupt gibt. Ich sehe nun jeden Menschen als Spiegel meiner selbst und seit ich das tue, habe ich die aufgewecktesten und interessiertesten Kursteilnehmer, die ich mir wünschen kann 🙂

Mit diesen Erkenntnissen werde ich wohl künftig besonnener an alte, gewachsene aber auch an neue Beziehungen herangehen können. Ich hoffe auch für Dich war der ein oder andere positive Impuls dabei.

Liebe Grüße

Daniel

Hypnose

„Du wirst gaaaaanz ruhig und folgst dem Pendel mit deinen Augen.“ So oder so ähnlich war meine Vorstellung von Hypnose. Gepaart mit dem Bild der Schlange Ka aus dem Dschungelbuch, die Ihre Beute bevor sie sie verschlingt mit Ihrem Hypno-Blick in den Bann zieht, wehr- und willenlos macht.

Ein Kursteilnehmer rief mir das Thema ins Bewusstsein, indem er mir begeistert von einem Auftritt des Show-Hypnotiseurs Jan Becker erzählte. Da ich Gemeinsamkeiten mit Qigong entdeckte, fing ich an zum Thema zu recherchieren. Ich nahm mir Jan Beckers Buch „Du wirst tun, was ich will!“ zur Brust und dank der lockeren Schreibweise war es schnell gelesen. Im Zuge meiner weiteren Recherche stieß ich darauf, dass man mittels Hypnose leidige Gewohnheiten wie z.B. Rauchen loslassen kann. Zudem kann man im „Hirncomputer“ chronische Schmerzen, die sich gespeichert haben, löschen.

Welch „tolles“ Testfeld ich doch hatte, um nun in die Hypnose-Praxis zu starten: Seit geraumer Zeit begleiten mich Zahnschmerzen, wohin ich auch gehe. Ausgelöst an einem Zahn, den seit Kindertagen eine tiefe Füllung ziert. Mein Zahnarzt konnte keinen Grund für den Dauerschmerz erkennen und ich sollte nun abwarten bis es nicht mehr auszuhalten sei und könne dann zur Wurzelbehandlung kommen. Prima!

Ich beschloss also aufgrund der Zahnschmerzen  einen erfahrenen Hypnotherapeuten aufzusuchen. Vor meinem Hypnose-Ersttermin war ich schon etwas aufgeregt. Was würde passieren und bin ich dem Therapeuten/Arzt ausgeliefert? Wie fühlt sich das an? Die erste Sitzung haben wir kurzerhand verplaudert bis auf ein paar Vortests, die mehr oder minder gut funktionierten. Und auch die zweite Sitzung war schon zu zwei Dritteln verstrichen als ich mich auf die Liege legen konnte. Wir begaben uns auf eine Phantasiereise an einen Strand meiner Wahl wie ich sie schon etliche Male mit meinen Kursteilnehmern unternommen habe. Zunächst sträubte sich irgendetwas in mir gegen genannte Bilder und Vorstellungen, aber irgendwann flossen meine eigenen Bilder mit ein und eh ich mich versah lag ich mit bleischweren Armen und Beinen auf der Liege und wurde schubweise von einem angenehmen Kribbeln durchflutet. Die Intensität war um ein Vielfaches stärker als ich es vom Qigong her kannte. Nebenbei „injizierte“ mein Therapeut verbal meinem Unterbewusstsein Ruhe, meiner Seele Leichtigkeit. Erstaunlich war, dass ich bei vollem Bewusstsein war. Abschließend zählte mein Therapeut von drei auf eins, die Schwere in Armen und Beinen verschwand wie er es angesagt hatte und nachdem ich mich „wie ein kleines Kind“ gestreckt hatte fühlte ich mich hellwach und gut erholt.

Tagsdarauf übte ich meine Qigong-Übungen zuhause und tatsächlich bekam ich leichter Zugang zum Spüren. Es war als hätte mir die Hypnose gezeigt wie „tief“ sich das Üben anfühlen kann und in der Tat konnte ich dieses Empfinden/Kribbeln selbst wieder aufrufen.

Noch einmal suchte ich die Praxis meines Therapeuten auf. Diesmal kam es in der Hypnose tatsächlich zu einem intensiven Gefühl ober- und unterhalb der Zähne; nur leider war die Zeit um und kurz nachdem mein Körper anfing in der gewünschten Region zu arbeiten, brachen wir ab. Ich beschloss für mich, dass es an der Zeit war, den Weg alleine weiterzugehen und den Zahnschmerzen selbst „Herr zu werden“.

Mittlerweile habe ich den Zahnarzt gewechselt, zu einem, der in der ganzheitlichen Medizin zuhause ist. Er begrüßte mein Bemühen, die Schmerzen mit Hypnose und Akupunktur in den Griff zu bekommen, fand allerdings feine Risse im Zahn, wodurch der Zahn durch jeden Luftzug und jede Berührung mit Flüssigkeit oder Nahrung aufs Neue gereizt wird. Da gibt es also nichts zu löschen im Schmerzgedächntis.

In diesem Fall konnte mir Hypnose also nicht weiterhelfen, aber ich glaube, dass sie ein mächtiges Werkzeug ist, da sie mit der Kraft der Gedanken hantiert. Bei Ängsten, Kinderwunsch, Rauchentwöhnung oder Schlafstörungen beispielsweise kann Hypnose meiner Meinung das probate Mittel sein.

Aus meinem Alltag ist die Hypnose nicht mehr wegzudenken. Die Kunst der Selbsthypnose beherrsche ich seither nur im Kleinen, aber bisweilen leisten mir auch die Hypnose-CDs von Paul McKenna gute Dienste. Sie dauern in etwa 30 Minuten und kommen nicht annähernd so reißerisch daher wie die Titel der Bücher klingen: Ich mach dich reich, ich mach dich schlank….

Hier meine Hypnose-Bibliothek im Überblick:

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(Viele der Bücher gibt es gebraucht bei rebuy oder medimops zu kaufen für den Bruchteil des Neupreises. Wenn ihr hier über die  Links bestellt weiß rebuy, dass ihr über mich draufgekommen seid und ich bekomme eine kleine Belohnung fürs Werben – Danke!)

Letzten Endes ist es wie beim Qigong. Wer sich darauf einlässt, proftiert am meisten. Vielleicht hat euch meine Erfahrung neugierig gemacht, das würde mich freuen v.a. wenn euch die Hypnose dann weiterbringt. Alles Gute für euch und liebe Grüße!

Daniel