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Wasser – Ein Durchblick

Im ersten Beitrag der Off Topic-Rubrik (Themen abseits von Qigong, die mir am Herzen liegen) dreht sich alles um unser Lebenselixier Wasser.

Auf einem Teeseminar, dass ich vor Jahren gemacht habe, lobte der Seminarleiter (, der hauptberuflich bei den Wasserwerken arbeitete,) das deutsche Trinkwasser als das bestkontrollierte Lebensmittel. Hin und wieder bin ich jedoch auf Messen auf Wasserfilterhersteller gestoßen und habe mich gefragt, warum es die denn überhaupt gibt und wiegte mich dann schnell wieder mit der damaligen Aussage „bestkontrolliertes Lebensmittel“ aus dem Teeseminar in Sicherheit.

Meine Frau und ich trinken seit eh und je zuhause Leitungswasser. Vor fünf Jahren kam unser erstes Kind auf die Welt. Im Getränkemarkt gibt es Mineralwässer, die sich am besten für Säuglingsnahrung eignen. Brauchen wir das jetzt, haben wir uns gefragt. Wieder dieses Thema und man will ja schließlich das beste für das Kind… Wir sind dem Leitungswasser aber zunächst treu geblieben.

Auf dem Rohkost-Kanal Rohkost 1×1  wurde ein erschwinglicher Wasserfilter vorgestellt, dem ich bis Ende letzten Jahres vertraute, da er laut Hersteller 99 % von Rückständen, die man nicht im Trinkwasser haben will, (Schwermetalle, Pestizide, Medikamentenrückstände…), filtern soll. So, jetzt haben wir ein Wasser, das wir reinen Gewissens auch den Kids einschenken können. Der Meinung war ich, bis…

meine Frau einen Flyer von einem dieser teuren Filteranlagen-Hersteller von einer Messe mitbrachte. Darauf war das Angebot zu lesen, dass ein Vertreter zu einem nach Hause kommt und das Leitungswasser testet, das gefilterte Wasser, sofern man bereits einen Wasserfilter verwendet und im Vergleich das Wasser seiner mitgebrachten Filteranlage. Besser als unser Tischwasserfilter? No way, ich sag nur 99 Prozent.

An Tag X kam nun also der nette Herr zu uns nach Hause und zeigte mir zu Beginn mehrere Ausschnitte von Magazinen der öffentlich-rechtlichen Sender. Zwei der Ausschnitte habe ich auch online gefunden (einfach googlen : 1. plusminus: Wahrheit über unser Trinkwasser; 2. Frontal21: Unterschätzte Gefahr, Mangelnde Kontrolle bei Trinkwasser).

Wir haben viel über das Thema Wasser gesprochen, aber drei Dinge die mich besonders zum Nachdenken anregten, möchte ich kurz zusammenfassen:

  • Der Terminus des bestkontrollierten Lebensmittels ist weise gewählt. In der Tat würde das Trinkwasser gemäß Trinkwasserverordnung auf 43 Stoffe geprüft und sei damit bestkontrolliert; allerdings aus dem einzigen Grund, da es bei anderen Lebensmitteln weniger Kontrollwerte seien. Bis zu 50.000 Stoffe im Wasser gäbe es laut einer Studie im März 2002.
  • Die französische Regierung ließ von 1950 bis 1974 das Trinkwasser untersuchen. Prof. Dr. Louis Vincent kam zu dem Schluss, dass Wasser eine Transportfunktion im Körper erfüllt und diese bis zu dem Grenzwert 200 μS erfüllen kann.  Der Grenzwert gemäß EU Richtlinie liegt bei 400 μS; in Deutschland lag er 1980 noch bei 280 μS und wurde über die Jahre auf das zehnfache (!!!) 2790 μS angehoben.

(kurzer Einschub: in μS wird die Leitfähigkeit des Wassers gemessen. Wahlweise auch in ppm; grob gilt die Faustregel ppm mal 2 = μS)

  • Die Qualität von Filtern variiert. Es wurden wohl auch schon Filter mit Rückständen verkohlter Autoreifen gefunden…

Innerlich wischte ich mir den Schweiß von der Stirn, denn ich hatte bereits einen Filter, der 99 % rausfiltert. Nun kamen wir also zum Wassertest. Hier die Ergebnisse:

Unser Leitungswasser 537 μS

gefiltertes Leitungswasser 542 μS

Mineralwasser 730 μS

das Osmosewasser des Vertreters 32 μS

Obwohl ich wie vorgeschrieben alle zwei Monate die Filterkartusche unseres Tischfilters wechselte, hatte das Leitungswasser einen besseren Wert. Ade Sicherheit, ade 99 % und ade Tischfilter; ich frage mich wieso man so offensiv werben darf und der Filter bringt nichts. Das Mineralwasser, das wir zur Messung verwendet haben, hatten wir zufällig im Haus. Mineralwasser wird weniger  streng kontrolliert als Leitungswasser (nur hinsichtlich 16 Stoffen) und es sei normal, dass der Wert  bei Mineralwasser signifikant höher ist. Wir hätten noch ein gutes. Aus Interesse habe ich gestern im Vergleich das Mineralwasser im Büro gemessen und hatte einen Wert von 2100 μS. Und das Osmosewasser – war lecker; bestimmt auch, weil mir der Vertreter das Bild des Bergquellwassers eingeimpft hatte 🙂

Die Osmoseanlage sollte aber auch ihren Preis haben. 2700 Euro. Mein Gedankengang: okay, wenn wir monatlich hundert Euro… also dann müssten wir in Raten… am besten gleich heute… Als ich meiner Frau davon erzählte zeigte sie mir den Vogel und das Thema Wasser sollte in den nächsten Wochen ein Dauerstreit-Thema werden. Wir gerieten ins alte Fahrwasser um des lieben Frieden willen. Eigentlich schon bescheuert, aber wir haben eine Zeit lang den Tischfilter weiterbenutzt.

In einer Facebook-Gruppe kam kurz darauf das Thema Wasser wieder auf. Da nehmen doch tatsächlich Leute Osmoseanlagen, die für Aquarien gedacht sind, zur Trinkwasseraufbereitung. Kostenpunkt 60 Euro, hmm. Die Spuren der verkohlten Autoreifen in den billigen Filtern kamen mir wieder in den Sinn. Ich suchte also nach einer billigen Osmoseanlage, die explizit für Trinkwasser ausgewiesen ist. UND tada, bin fündig geworden. Wie ihr vielleicht gemerkt habt, habe ich seither keine Hersteller genannt, um niemanden an den Karren zu fahren. Meinen Fund möchte ich aber gerne nennen: http://www.wasserfilter-billiger.de/

Hier gibt es Osmoseanlagen ab 39 Euro. Wir haben uns die Anlage simply pro für 49 Euro „gegönnt“. Hier ein Bild:

Osmoseanalge simply pro

Die Anlage (steht bei uns im Keller) wird einfach an den Wasserhahn rangeschraubt, der rote Schlauch am Hahnaufsatz befestigt und an der Anlage, dann die Membran eingesetzt. Ein schwarzer Schlauch leitet das Abwasser aus der Anlage; wir nehmen das zum Baden und für die Blumen. Ein blauer Schlauch führt das Osmosewasser.

In den zwei Stunden, die ich jetzt an diesem Artikel geschrieben habe, haben sich beide Kanister gefüllt d.h. 10 Liter Osmosewasser, 20 Liter Abwasser, was ganz fantastisch ist, wenn ich es mit Herstellerangaben vergleiche. Dort steht nämlich: auf einen Liter Osmosewasser kommen vier Liter Abwasser. Wir haben hier ein Verhältnis von 1:2, statt 1:4. Man braucht für die Anlage mindestens einen Leitungsdruck von 3 bar. Folgekosten der Anlage sind denkbar gering: alle 6 Monate werden die Filter getauscht (etwa 15 Euro) und alle zwei Jahre die Membran (etwa 25 Euro).

Kritiker sagen „Osmosewasser ist totes Wasser“.  Es ist richtig, dass auch die Mineralien herausgefiltert werden, aber diese können wir in größeren Mengen mit der Nahrung zu uns nehmen.

Und trotzdem remineralisieren wir, sicher ist sicher. Michael Scholze, mein Favorit-Nummer1-Blogger zum Thema Wasser, beschreibt in einem seiner Videos wie das geht. Man legt Salzkristalle in ein Glas, gießt sie mit Osmosewasser auf und es entsteht Sole. Der Kristall löst sich auf bis ein bestimmter Salzgehalt im Wasser erreicht ist. Taucht nun einen Löffel in die Sole, lasst ihn abtropfen und rührt kurz in eurem gefüllten Wasserkrug. Das reicht aus und die Veränderung ist messbar.

In unserem Krug liegen auch noch Steine, die das Wasser beleben sollen. Ich habe da einmal Bilder der Wasserstruktur gesehen und wie diese Steine sie verändern/aufblühen lassen. Aber da kennt ihr euch ja vielleicht besser aus 🙂 Lasst gerne einen Kommentar oder Link da, wenn ihr wisst, welche Steine, was bewirken oder wenn ihr einfach Anmerkungen zum Thema habt. Ich hoffe der Artikel hilft in irgendeiner Form weiter.

Viele liebe Grüße

Daniel

(P.S.: das Beste ist, dass der Hersteller mit der Edelanlage, der bei uns zuhause war, der selbe ist wie der günstige d.h. keine Autoreifen in den Filtern, sondern Kokosfasern; die Firmenadresse ist identisch. Offenbar werden so unterschiedliche Käuferschichten abgedeckt. Ich investiere gerne 2650 Euro weniger 😉 )

Update 2017: Die oben erwähnte Anlage ist seit Monaten nicht mehr zu bestellen, aber es gibt Alternativen wie z.B. diese hier. Und sollte die auch bald nicht mehr aktuell sein, einfach „Osmoseanlage günstig“ googlen und ihr werdet fündig. In diesem Sinne – frohes Wassertrinken 🙂