Selbstreinigung – Fasten

Es gibt diverse Qigong-Übungen, in denen man sich reinigt; bestimmte Organe oder Körperteile oder sich als Gesamtheit.

Nach meiner Umstellung auf die vegane Ernährung keimte in mir schon länger der Wunsch danach, meinen Körper zu reinigen, mich von alten Schlacken zu befreien.

Vor zwei Wochen beschloss ich zu Fasten in Verbindung mit Einläufen. Ich verfolge diverse Kanäle auf Youtube über Ernährung und viele setzen sich mit dieser Thematik auseinander. Ich entschied mich zu dem Schritt, es zu tun ohne vorher viele Bücher gelesen zu haben,  um das Thema nicht auf die lange Bank zu schieben. Ein Buch allerdings doch und zwar „Heile dich selbst“ von Markus Rothkranz. Jeder mag von dem Buch und Markus Rothkranz halten, was er will. Manche Fakten mögen vielleicht fragwürdig und seine Werbung für eigene Nahrungsergänzungsmittel aufdringlich erscheinen, aber stimmt auch nur ein Teil dessen, was er in dem Buch beschreibt, so erscheint ein Einlauf halb so schlimm. Zudem schreibt er locker und neben allem wissenschaftlichem, was ich seither in Sachen Ernährung gelesen habe, kam dieses Buch erfrischend unkonventionell daher.

Er berichtet von Parasiten, die über Jahrzehnte in uns wohnen können diverse Wurmarten u.ä. .  Zu meiner Kindheit hatten wir einen Hund und da ich das Nesthäkchen der Familie war, wurde dieser Hund so etwas wie ein Kleines-Geschwisterchen-Ersatz. Dementsprechend geknuddelt und abgeschleckt haben wir uns – drollig. Rothkranz beschreibt Hunde als die optimalen Überträger von Parasiten und ich erinnerte mich, dass unser Hund auch die ein oder andere Wurmkur verordent bekam. Ein Indikator Parasiten in sich zu tragen sei, dass man so viel oder so wenig essen kann wie man wolle, das Gewicht bliebe konstant. So ist es bei mir immer schon . Was ich tue oder lasse, das Gewicht bleibt gleich (niedrig). Auch mit der Umstellung auf vegane Ernährung ging es mir körperlich nicht so viel besser und es drängte sich mir die Frage auf, ob viele Nährstoffe vielleicht einfach nicht bei mir ankommen. Warum also nicht einmal durchspülen 🙂

Ich erstellte mir folgenden Plan fürs Fasten und die Selbstreinigung:

– Eine Woche vor dem Fasten jeden Tag ein Glas Wasser mit zwei Teelöffeln mit Flohsamenschalen und einem Teelöffel Heilerde.

– Zunächst Beginn mit dem Wasserfasten zwei Tage lang – begleitend je einen Einlauf pro Tag

– Übergang zum Saftfasten – 3 Tage lang

– Übergang zu nur Smoothies – 3 Tage lang

– Rückkehr zur veganen Ernährung und vermehrter Rohkost (vermutlich mit Abstrichen beim veganen Junk-Food)

Von der grauen Theorie zur Praxis:

Vorbereitung:

Eine Woche vor Fastenbeginn nehme ich jeden Tag einmal dieses Gemisch aus Flohsamen-Schalen und Heilerde zu mir. Ich habe früher bei Magenproblemen einen Löffel Heilerde in meinen Tee gemsicht und das getrunken. Das war eklig und ganz nebenbei wirkunglos. Dagegen war diese Mischung aus gemahlenen Flohsamen und Heilerde eine Wohltat. Mehr zur Vorbereitung in Sachen Darmreinigung gibt es in diesem recht unterhaltsamen udn lehrreichen Video von Semper Veganis:

Ach ja, dieses Video setzte die Hemmschwelle des Einlaufs noch einmal herab:

Die Mischung aus Flohsamenschalen und Heilerde soll den Darm vorab schon ein wenig freikehren. Ich verwendete diese beiden Produkte:

SONY DSC
Dreamteam: Flohsamenschalen und Heilerde

Letztens im Alnatura habe ich gesehen, dass es von Luvos noch eine spezielle Heilerde gibt. Sie trägt die Nummer 3, ist speziell für die Darmsanierung und auch teurer. Ich hatte eben die Heilerde 1 noch zu Hause.

(Vorneweg noch kurz die Anmerkung, dass ich über die ganzen Fastentage täglich etwa vier bis fünf Liter Wasser getrunken habe und jeden Tag  eine Kapsel Combi Flora Plus genommen habe (zum Wiederaufbau der Darmflora).)

Tag 1: Wasserfasten

Ein bisschen Bammel hab ich schon, so einfach gar nichts zu essen, und dann noch den ganzen Tag im Büro… Ich breche quasi schon vor Beginn mein Fasten und beschließe die Flohsamenschalen-Heilerde-Kombi noch vor der Arbeit zu trinken.

In der Arbeit geht es dann ganz gut, es gibt Wasser, Wasser und nochmal Wasser, toll 🙂 Die Mittagspause, die ich ja nun nicht mit dem leidigen Essensthema füllen muss, verbringe ich mit einer Einheit Duft-Qigong. Schummrig sehe ich auch an normalen Tagen manchmal, aber an diesem Tag ist es stellenweise so, das ich das Display auf dem Handy kaum lesen kann. So schließe ich beispielsweise die Augen auf dem Heimweg in der S-Bahn – sehr entspannend und eine gute Alternative.

Abends als die Kinder schlafen also der Einlauf. Erstmal will das Wasser nicht einfließen, nach einer Weile und leichten Bewegungen an Schlauch und Einfüllkanister dann doch. Ein komisches Gefühl, aber ein Zahnarztbesuch ist schlimmer. Noch ein paar gute Bakterien zum Wiederaufbau des ausgespülten, guten Teils meiner Darmflora (Combi Flora Plus aus dem Semper Veganis-Video s.o.) und im Anschluss, nach etwa drei Klogängen, schaue ich mit meiner Herzensdame eine Folge unserer derzeitigen Favourite-Serie Suits, wobei ich die letzen Minuten wegdöse.

Tag 2: Wasserfasten

Das Flohsamengemisch hat mich gestern gut über den Tag gebracht, aber heute wird nicht getrickst, zumindest fast nicht. Es gibt nur ein Glas Wasser mit Weizengraspulver, damit mein Körper über das Grün etwas Unterstützung bekommt beim Abtransport diverser Schlacken. Ein halber Tag Büro steht bevor und er geht glimpflich über die Bühne. Danach schlendere ich über den Markt, um zu besorgen, was ich für die Säfte brauche, die es ab morgen gibt. Zuhause gibt es noch einen Einlauf, diesmal mit einem Löffel Weizengraspulver und es geht schon viel routinierter von statten.

Abends sehe ich vor dem Zähneputzen, dass das Zahnfleisch zwischen den Zähnen etwas weiß wird. Ich benutze zum ersten Mal die Zahnfleischmassage-Funktion meiner elektrischen Zahnbürste, alles wieder rot; und irgendwie bin ich froh dass es ab morgen diverse Säfte gibt.

Tag 3: Saftfasten
Rothkranz empfiehlt zum Saftfasten v.a. Staudensellerie, Gurke, Ingwer, Zitrone, Rote Beete, Apfel und Weizengrassaft. Ich entsafte Staudensellerie, Gurke, Apfel und Petersilie in Kombination und lasse es mir naja eben leider nicht schmecken. Dieser Selleriegeschmack erinnert mich an kalte Suppe und kalte Suppe hat mich damals im Auslandssemester in Spanien (Gazpacho) schon nicht überzeugt. Ich trinke zur Stärkung zwei große Gläser, denn heute steht das Sommerfest im Kindergarten an und danach gehts noch auf zwei Feste hier vor Ort. Schon beim Kindergartenfest merke ich, dass um mich herum viel zu viel Trubel herrscht und das sich dieser mit dem Fasten nicht gut zu vertragen scheint. Der Weg zum nächsten Programmpunkt verläuft meinerseits sehr wortkarg, der Aufenthalt dort ebenso. Lichtblick: Wir kommen noch an einem Bücherflohmarkt vor bei und tada, ich finde zwei Bücher zum Thema Fasten. Auf dem Weg nach Hause streifen wir noch das letzte Fest des Tages. Heilfroh komme ich daheim an, ich trinke noch ein großes Glas mit Wasser angerührtem Weizengraspulver, da mir der spezielle Entsafter für Gräser fehlt. Ab ins Bett, die Familie isst währenddessen zu Abend. Später schäle ich mich noch einmal aus den Federn, denn nur Schlafen ist ja auch keine Lösung 🙂 Ich stöbere in den Fastenbüchern, wobei das eine direkt wieder aussortiert wird (Fertigprodukte werden darin als superpraktisch propagiert und wenn sie nicht zu viele Kalorien hätten, wäre nichts dagegen einzuwenden…). Im anderen Ratgeber von GU (Bild s.u. Tag 5 Smoothiefasten) lese ich, dass Gemüsebrühe „erlaubt“ sei. Also schnell den Herd angeworfen und Wasser aufgesetzt. Da ich die Zutaten für die frische Brühe nicht zu Hause habe, bin ich nicht päpstlicher als der Papst und greife zum Pulver; immerhin glutenfrei und ohne Rohrzucker und klaro vegan. Diese Suppe macht diesen Abend zu einem gelungenen. Auch den Ratschlag im GU-Ratgeber, dreimal am Tag zu ruhen, nehme ich mir für die Folgetage zu Herzen, auch wenn er sich mit zwei kleinen Rackern nur schwer in die Praxis umsetzen lässt.

Tag 4: Saftfasten
Nach einem Glas Weizengraspulver-Wasser mache ich erst einmal Frühstück für alle, wasche süße, saftige rot-leuchtende Erdbeeren und pralle, ebenso rote wie auch bestimmt knackige Süßkirschen und beschließe mein Fasten NICHT zu brechen. Also wieder Saft; diesmal mit Gurke, Staudensellerie (viel weniger als gestern), Zitrone, Weizengraspulver und Apfel. Es schmeckt viel besser und die Laune gleicht sich dem Geschmack an. Am Vormittag steht Kinder-Bespaßen an, aber nach der guten Nacht ist es machbar und sogar eine Freude. Nachmittags sind wir bei Freunden zum Grillen. Damit es nicht allzu schwer wird, trinke ich vorher noch eine Brühe, diesmal habe ich immerhin Karotten und Petersilie mitgekocht (nicht gegessen). Zitronenschnitze zum Aussaugen nehme ich mit zum Grillnachmittag; ist besser als nix und soll die Entgiftung des Körpers unterstützen. Wir sitzen im Garten bei schönem Wetter. Klar, das leckere Essen fällt für mich flach, aber ich beschließe meine erstmaliges Fasten zu verkürzen und bereits morgen mit den Smoothies zu beginnen und dann nach zwei Tagen wieder zur Normalkost (Vegan und hoher Rohkostanteil) überzugehen. Die Entscheidung fühlt sich richtig an, auch angesichts der Tatsache, dass ich mein Hauptziel der Entschlackung und den „Mist“ der letzen 30 Jahre rauszukriegen bis dahin bestimmt erreicht haben werde. Meine Freunde fragen, ob ich Lust auf ein Bier hätte und da die Begriffe Fasten und Bier in mir als Bayern einen Gleichklang auslösen, nehme ich dankend an. Wieder zuhause merke ich wie die Laune absinkt. Es reicht die Tatsache, dass wir diverse Sachen suchen (Handy, Geldbeutel) und ich entdecke das motzige Rumpelstilzchen in mir; und irgendwo aber wieder froh, diesmal darüber, dass es ab morgen Smoothies zu trinken gibt.

Tag 5: Smoothietag
Sobald die Kinder aus dem Haus sind, wird der Mixer angeworfen und Spinat, Chlorellapulver, zwei Bananen und Aprikosen, Ingwer und Zitronensaft zu flüssigem Gold verarbeitet.

SONY DSC
Grün-Smoothie und GU-Ratgeber

Klingt übertrieben, fühlt sich aber auch so an als der Smoothie die Kehle hinunterrinnt – wohlgemerkt nach vier Tagen Fasten. Schon beim Trinken merke ich, dass mein Körper nichts dagegen hat, wieder ansatzweise „feste“ Nahrung zu bekommen.

Da ich gelesen hatte, dass es sinnvoll sei, seinen Körper auf allen möglichen Kanälen beim Entgiften zu unterstützen, kommt mir die Nasenspülung wieder in den Sinn, die ich vor einer Weile regelmäßig praktizierte. Es fühlt sich nicht anders als sonst, aber schaden tut es bestimmt nicht. (Ab und an nutze ich zudem über die Fastentage abends einen Zungenreiniger, da sich beim Fasten auf der Zunge verstärkt Belag bildet.)

Ein Kanne Tee später gehts zum Kindergarten, um unsere Große abzuholen. Mein sonstiges Gelassenheitslevel hab ich durch den Smoothie noch nicht zurück, aber langsam wird es wieder.

Die Logik verschafft mir ein Schlupfloch in der Essensplanung. Wenn Brühe erlaubt ist und Grün-Püriertes, kann ich auch eine grüne Suppe für die Familie zu Abend kochen und wir können nach vier Tagen wieder einmal zusammen essen – wunderbar. Die Suppe aus einer Unmenge Staudensellerie, Fenchel und Tomaten scheint mir zu behagen 🙂 und der Staudensellerie findet doch noch seine Verwendung. Ein entspannter Fastentag geht mit den DuftQigong-Übungen zu Ende.

Tag 6: Smoothietag und Fastenschluss

Aufgewacht und kein Grün im Haus – schlecht für einen Grünen-Smoothie Tag. Da müssen die eisernen Reserven herhalten: geschwind Weizengraspulver, Chlorellapulver, ein Rest Karottengrün aus dem Kühlschrank, zwei Äpfel und Zitronensaft vermixt und Prost. Heute steht meine Qigong-Kurs an. Ich erzähle meinen Teilnehmern vom Fasten und das ich mich eventuell im Laufe der Übungen setzen muss, aber der Fall tritt nicht ein und es wird eine wunderbare Übe-Stunde für alle Beteiligten. Irgendwo hat das Fasten vielleicht für Tiefenentspannung gesorgt 🙂

Nach dem Kurs schnell in den Supermarkt, um Grün einzukaufen und diverse Dinge für das kleine  Menü zur Feier des Fastenendes am Nachmittag. Zuhause geht in der Küche mit viel Liebe und Vorfreude alles leicht von der Hand. Vor dem Kochen noch mein zweiter Smoothie mit Feldsalat, Karottengrün, Spirulina, Orange und Apfel, wir holen die Kinder und Ende das Fastens ist angezählt. Im Garten von Freunden gibt es vorab Erdbeeren, Kirschen und Himbeeren, danach Kartoffelschnitze mit Zucchini-Hummus (mit Dank an Nordisch Roh) und zum Nachtisch eine fast rohe Himbeertorte (also bei mir waren es Himbeeren, mit Dank an rawberryvegan). Es ist vielleicht etwas fahrlässig so wieder einzusteigen, aber bis jetzt scheine ich alles gut zu vertragen und bereue nichts 🙂

Fazit des ersten Fastens: Holterdipolter ging es los, was daran lag, dass ich durchstarten wollte. Beim nächsten Mal (das wird es geben) werde ich wohl besser planen, mehr Rücksicht auf die Familie nehmen, sie auf Freiwilligenbasis („So liebe Kinder, ab heute gibt es für uns alle für ein paar Tage nur Wasser zu trinken“ – Ironie Ende 🙂 ) mit einbeziehen oder optional ein paar Tage wegfahren.  Das Fastenziel der Entschlackung ist erreicht, die Schlacke von 30 Jahren nach meiner heutigen Sicht Fehlernährung ausgeleitet. Jetzt kann es neu losgehen. Gluten steht als nächstes auf der Abschlussliste. Zu diesem Thema lese ich gerade das Buch „Die Weizenwampe“ von Dr. med. William Davis.

Ich ziehe meinen Hut vor demjenigen, der bis hierher gelesen hat. Gehabt euch wohl, liebe Leute und auf Wiederlesen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.